Trubschachenwoche 2020

75. Studien- und Übungswoche zum pädagogischen Impuls Rudolf Steiners
4.-9. Oktober 2020

Der Augenblick - ein Kontrapunkt?

"Kreative und unternehmerische Kompetenzen haben ihr Entwicklungsfundament in der analogen Welt." Michaela Glöckler

Das Sein in der Natur, die Begegnung mit anderen Menschen, das Spiel, das Schaffen mit den eigenen Kräften: das analoge Leben ist in unserer Zeit nicht mehr selbstverständlich, es muss vom Menschen bewusst gewählt werden.

Wie alle Bereiche des Lebens wird auch das kindliche "In die Welt Hineinwachsen" von der digitalen Technik, von Planungen und Programmen bedrängt. Nicht perfekte Resultate impulsieren Entwicklung. Das stete Erleben und Wahrnehmen der Vielfältigkeit unserer Welt mit allen Sinnen weckt die Kinder: täglich, in jedem Augenblick. Das Kind kommt wach im "Hier und Jetzt" an, wird Mensch. Wenn Kinder und Jugendliche innerlich gekräftigt aufwachsen, wird es ihnen möglich, bewusst in die Herausforderungen ihrer Zeit einzutreten und den Augenblick "beim Schopf zu packen".

Was ist der Augenblick?

Wie ergreife ich den Augenblick?

Warum verpasse ich den Augenblick?

Wann kommt mein nächster Augenblick?

Rückblick Trubschachenwoche 2019

Leiten - Begleiten - Mitwachsen
6.-11. Oktober 2019




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Unterlagen Vortrag Dr. Christian Schopper

Rückmeldungen Trubschachenwoche

  • Ich habe die Woche als eine grosse Bereicherung erlebt. Eine Art ein Innehalten mit viel Raum für Begegnungen, vertieften Austausch, Reflexion und ganz viel kreatives Gestalten.
    Ich habe viele Impulse erhalten für meine Arbeit und mein Leben! Einen grossen Dank an euch alle für die Woche, eure Offenheit und Herzlichkeit! Ich fühlte mich sehr wohl in der Gemeinschaft. Auch die liebevolle Gestaltung der Räume hat mir sehr gefallen!

  • Wir kehren– wie jedes Mal – mit vielen Impulsen, neu belebt und mit wunderbarer Nahrung gestärkt in unser berufliches Tun zurück!

  • Diese Woche bedeutet für mich „Nahrung für meinen KG-Alltag“, gibt mir die Möglichkeit zu einem bereichernden Austausch – stärkt mich in meiner inneren Haltung- Einfach wundervoll!

  • Herzlichsten Dank für die vielen schönen Ideen und Anregungen – alles so praktisch und umsetzbar!

  • Beschwingt, beseelt kehre ich wieder in meine Schulstube zurück und denke mit einem Lächeln an die vielen inspirierenden Begegnungen!

  • Einmal mehr eine hochaktuelle, interessante und sehr ermutigende Trubschachen-Woche, es ist einfach grossartig, wie es gelingt, diese Woche in immer wieder neuer Frische und so zukunftsweisend zu gestalten. Tolle, hoch qualitative Morgenvorträge, und ich habe mich sehr über die Tatsache gefreut, dass auch wieder einmal eine Frau unter den Hauptreferent*innen war.

  • Mir hat das „Gesamtpaket“ mit Morgensingen, Vorträgen, Workshop, Austausch am Mittag, Vorträgen sehr gefallen. Für mich eine tolle Mischung von Theorie und Praxis. Auch toll finde ich, dass frau selber entscheiden kann, was sie vom Angebot der Vorträge und den Abendangeboten besuchen möchte.
    Die ganze Woche hat mich im wahrsten Sinne des Wortes sehr „bödelet“!


Zum Kursabschluss

In Trubschachen ist alles möglich.

Diesen Satz haben wir am Sonntag in der Lesung „Louis. Brot.“ von Res Brandenberger gehört.

In Trubschachen ist alles möglich.
Zum Beispiel, dass sich 70 Menschen treffen, allmorgendlich in Einklang kommen
sich gemeinsam in den Tag einstimmen, um dann eine Stunde konzentriert
den Gedankengängen einer Rednerin folgen, eines Redners lauschen.

In Trubschachen ist alles möglich.
Zum Beispiel, dass sich 70 Menschen vertiefen in Fragen nach gelingendem Unterricht,
sich bewegen zu Kinderreigen,
nach eurythmischen Gesichtspunkten,
in Theaterszenen,
akrobatische Kunsstücke üben,
viel lachen,
geschickte Hände bekommen im Schneiden mit kleinsten Scheren,
mit Kraft harte Kalksteine bearbeiten,
dicken Karton fachgerecht ritzen,
Pilze malen,
„Hexentränke“ brauen und über dem Feuer köstliches Essen zubereiten,
Mut bekommen, im Schulalltag zu musizieren und
Geschichten zu erzählen.

Ja. In Trubschachen ist alles möglich.
Auch, dass der Schulleiter am Abend den Tagungschor leitet und nicht nur das Guggisberglied mit ihnen singt,
dass anschliessend zu Rhythmen aus vieler Menschen Länder getanzt wird
und noch spät Geschichten in trauter Runde erzählt werden.

Ganz herzlich bedanken wir uns auch dieses Jahr bei der Schule Trubschachen
für das Gastrecht und die Unterstützung.

In Trubschachen ist alles möglich.
Nun gehen wir heim und schauen, was in Bern, Winterthur, Zürich, Roggwil, Münsingen, Hünibach, Erlenbach, Rüti, Malters, Aarau, Aarberg, kurz was auch in unseren Orten alles möglich ist.

Wir können uns wieder begegnen in Trubschachen vom 4. bis 9. Oktober 2020
der Frage nachgehen, wie wir im vielen Vorprogrammierten der heutigen Zeit
das Jetzt, die Geistesgegenwart im Tun und Sein realisieren können - im Augenblick.

Wir können wieder vieles möglich machen in Trubschachen!

Ruth Bigler


Persönliche Eindrücke aus der Trubschachenwoche 2019

Machet auf das Tor

Im Herbst 2013 durfte ich die Trubschachenwoche das erste Mal miterleben. Es war für mich ein sehr eindrückliches Erlebnis.
In den Folgejahren kamen unsere zwei Kinder zur Welt und ich machte «Trubschachen-Pause».
Dieses Jahr nun kam der starke Impuls. Diesen Herbst will ich wieder nach Trubschachen gehen.

Meine Eltern waren bereit, die ganze Woche die Kinder zu betreuen und so durfte ich am Montag, 7. Oktober ins Emmental reisen und das Tor zu dieser einzigartigen Trubschachen-Welt öffnete sich für mich ein weiteres Mal.

Als ich am Bahnhof ankam und ins Schulhaus Hasenleen spazierte, merkte ich, wie lebhaft die Erinnerungen an das letzte Mal waren und wie stark ich die Trubschachen-Gefühle schon verinnerlicht hatte.

Im Schulhaus angekommen staunte ich erneut über die kreativ-freudige Atmosphäre, die mir da entgegenkam. Menschen umarmten sich. Der Duft von Gebackenem und Kaffee lud mich ein. Der liebevoll gestaltete Eingangsbereich erfreute mich.

Manche Menschen erkannt ich wieder und wir freuten uns über die erneute Begegnung. Sofort fühlte ich mich aufs Neue in die Trubschachen-Familie aufgenommen. Das morgendliche Singen mit Thomas Schaerer half mir beim Erwachen und Einstimmen auf den Tag.

Nach den ersten Gesprächen und dem Klingen unserer Stimmen freute ich mich auf die Impulse der ReferentInnen. Es kamen mir so viele gute Gedanken entgegen, vieles klang an. Manch Gesagtes schien uns Zuhörende zu fesseln, zu faszinieren, nachdenklich zu machen oder zu erheitern. Die praktischen Beispiele der Referierenden machten für mich Theorien und Ansätze erlebbar, nachvollziehbar.

Nach den Morgenvorträgen besuche ich den Singspiel-Tanzkurs bei Franziska Spalinger. Wir durften vom reichen Erfahrungsschatz von Franziska profitieren und tauchten ein in die phantasievolle, verspielte Welt der Kinderlieder- und spiele, in die Zeit unserer eigenen Kindheit.

Nach der stärkenden Mittagspause voll angeregter Gespräche und einem kurzen Aufenthalt in der liebevoll gestalteten und geführten Kaffeestube besuchte ich den Nachmittagskurs bei Lisbeth Wutte. Wir improvisierten und spielten verschiedene Rollenspiele. Auch diesen Kurs erlebte ich als sehr reich. Das gemeinsame Lachen und die gelöste Atmosphäre inspirierten uns. Lisbeths Energie und Freude war ansteckend.

Die Erlebnisberichte und praxisorientierten Referate in den Nachmittagsvorträgen erlebte ich als sehr eindrücklich und lebensnah.

Eine besondere Freude war für mich, als ich am Donnerstag-Abend auch das Singen mit Walter Guggisberg und das Tanzen mit Martin Wanzenried besuchen konnte. Diese beiden Angebote rundeten für mich den Tag auf wunderbare Weise ab.

Ich bin dankbar für all die einprägsamen Momente, die offenen und herzlichen Begegnungen, die singenden, klingenden, tanzenden Eindrücke, die kulinarischen Verwöhnmomente, die ausgedehnten Pausen zwischen den einzelnen Fixpunkten, die fantastischen Wetterbilder und für die Aussicht, vielen von diesen Trubschachen-Menschen wieder zu begegnen.

Von Herzen sage ich DANKE allen Menschen, die diese Woche Jahr für Jahr möglich machen und sie mir auch diesen Herbst wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis haben werden lassen.

Regula Nydegger